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Schöffel - seit mehr als 200 Jahren aus Schwabmünchen

Der Name Schöffel steht seit über 200 Jahren für neue Ideen und verantwortungsvolles Handeln. Kein Wunder, wird das Unternehmen doch schon in siebter Generation von der Familie Schöffel geführt. Aktuell lenkt Peter Schöffel als geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke der international erfolgreichen Marke. Und mit ihr die der rund 200 Mitarbeiter am Firmensitz in Schwabmünchen. Das Unternehmen Schöffel, Marktführer im Bereich funktioneller Sportbekleidung, lebt Mittelstand aus Leidenschaft und bekennt sich zur eigenen Herkunft, der Region und den Mitarbeitern.

„Bei uns“, sagt Peter Schöffel, „steht der Mensch im Mittelpunkt - als Kunde, Händler, Kollege und Lieferant.“ Und untermauert dieses Statement: Schöffel ist eines der wenigen großen Bekleidungs-Unternehmen in Deutschland, das noch Schneider ausbildet, und die gesamte Kollektion bis hin zur Serienreife in der hauseigenen Schneiderei entwickeln lässt. Auf die Frage nach dem Warum, sagt Schöffel, „der Mittelstand sollte sich auch seiner Verantwortung bewusst sein.“ Diese Einstellung hat er von seinem Vater übernommen. Hubert Schöffel, immer noch beratend in der Geschäftsführung tätig, prägte das unternehmerische Bewusstsein seines Sohnes mit folgendem Credo: „Bei uns gilt eisern die Devise, dass die Familie Schöffel für die Firma da ist und nicht umgekehrt!“

Die Schöffel Unternehmensgruppe gliedert sich in die Marke Schöffel und den Bereich Professional Wear mit eigenen Kunden wie BMW Motorrad, Porsche, Lufthansa und anderen. In beiden Geschäftsfeldern stehen die Zeichen auf Wachstum und Internationalität.

Funktionsbekleidung von Schöffel ist Präzisionsarbeit. Erst wenn die Produkte die eigenen hohen Anforderungen erfüllt haben, erhalten sie das Schöffel-Logo. Doch bis zum serienfertigen Bekleidungsstück ist es ein langer Weg: Mit Liebe zum Detail werden Neuheiten entwickelt und High-Tech Materialien getestet. Das sind zwei Stärken der Marke Schöffel: Flexible Strukturen und schnelles Reagieren auf die Bedürfnisse des Marktes. Geschäftsführer Peter Schöffel bekennt: „Die eigenen Stärken kann man nur ausspielen, wenn man Herr im eigenen Haus ist. Dann kann man schnell reagieren,“ so Schöffel. „Ich muss kein Head-Office in Dubai, Moskau oder Mailand anrufen, wenn ich eine Entscheidung treffe.“ Motivierte Mitarbeiter mit Begeisterung und Leidenschaft für das eigene Tun sind eine weitere Stärke der Firma Schöffel. Sie sind die Triebfeder des Unternehmens, die Wurzel des Erfolgs. Denn Schöffel ist mehr als eine Bekleidungsmarke. Es ist ein Lebensgefühl: Sich in der Natur, den Bergen - eben draußen - geborgen und zu Hause zu fühlen. Auch in Zukunft.

Die Schöffel Geschichte beginnt 1804

1804
Anfänge liegen oft im Dunkeln. Die Anfertigung von Gründungsurkunden zählt um die Jahrhundertwende nicht zum bevorzugten Tun derer, die Initiative ergreifen. Sie packen lieber an und nutzen Ihre Chancen. Dennoch ist das Gründungsjahr 1804 in Dokumenten verbrieft: Georg Schöffel erhielt in jenem Jahr seine Konzession für den Strumpfhandel.

1809
Josef Schöffel, Sohn des Schwabmünchner Strumpfhändlers Georg Schöffel, muss in den Krieg ziehen. Im so genannten 5. Koalitionskrieg stehen sich im Jahr 1809 die Heere Napoleons und der Österreicher gegenüber. Bei den Kämpfen zeichnet sich der junge Schwabmünchner bei der Schlacht von Abensberg nicht nur durch große Tapferkeit aus, er rettet gar dem bayerischen Kronprinzen Ludwig das Leben.

1961
Eine neue Generation betritt die Bühne: Nachdem Ludwig Schöffel, der designierte Firmenchef, in Russland gefallen ist, übernimmt sein jüngerer Bruder Hubert seinen Platz. Ende der 50er Jahre geht er schon bald eigene Wege. Gemeinsam mit seiner Braut Lydia Holdenried und gegen vehementen väterlichen Widerstand setzt der damals 28-Jährige einen ehrgeizigen Plan um: Auf dem Grundstück Fuggerstraße 13 lässt er ein neues, modernes Bekleidungshaus bauen. 1960 wird es eröffnet und Lydia Schöffel, die 1999 stirbt, leitet es über Jahrzehnte umsichtig und geschickt.
Doch kaum ist diese Hürde (Hubert Schöffel: "Das größte Risiko meines Lebens") erfolgreich gemeistert, strebt der junge Schöffel, Kaufmann in sechster Generation, nach neuen Ufern und denkt in größeren Dimensionen. Die Chance liegt so nah. 1961, dem Geburtsjahr von Sohn Peter, bleibt eine Lederhosenfabrik in Schwabmünchen auf der Strecke. Hubert Schöffel zögert nicht lange und betritt Neuland. Im September 1961 rattern drei Nähmaschinen unter der Leitung eines halbtags anreisenden Schneidermeisters. Straßenhosen sind nun das zweite Standbein der Schöffels. Zum Wagemut gesellt sich Glück. Ein neuer technischer Leiter und ein engagierter Vertreter geben wichtige Impulse. Schon bald fertigen 40 Mitarbeiter Herren- und Kinderhosen. Eine neue Ära hat begonnen.

1971
In den 70er Jahren beginnt ganz allmählich das Zeitalter der technischen Bekleidung. Neue Materialien, neue Beschichtungsverfahren, neue Trends bestimmen die Textilwirtschaft Ende der 70er Jahre. Auch Hubert Schöffel sucht nach Alternativen. Umso größer ist der Schock im Herbst 1979. Eine großflächige Anzeige verkündet: "GORE-TEX - die Revolution im Anorak." Als "Donnerschlag, der uns ins Mark traf" wertet Hubert Schöffel noch Jahre später dieses Erlebnis. Schweißen statt Nähen lautet jetzt die Devise und Schöffel passt sich an. Doch die Revolution frisst beinahe ihre Kinder. Wegen technischer Mängel häufen sich die Reklamationen bei Gore-Tex und 1981 scheint dieses Kapitel beendet. Zwar sind die Anlaufschwierigkeiten des Produkts inzwischen behoben, doch der Markt glaubt nicht mehr an einen Neustart. GORE-TEX verschwindet wieder aus den Kollektionen.
Nur zwei Männer glauben noch an einen möglichen Erfolg: Thorger Hübner, Entwicklungschef von Gore, und Hubert Schöffel. Letzterer ist 1983 fast der Einzige, der sich noch weiterhin mit dem Produkt beschäftigt. Diese Alleinstellung wird als große Chance betrachtet, ist allerdings auch mit enormen Risiko behaftet. Schöffel und Gore gehen jedoch aufs Ganze und setzen gemeinsam eine als richtig erkannte Vision um. Um bei einer bevorstehenden Werbekampagne durch Gore auch ausreichend Ware bereitzustellen, ordert Schöffel Schweißkapazitäten für 24.000 Jacken - wohlgemerkt, ohne ein Stück in den Auftragsbüchern zu haben. Der Start erfolgt zweigleisig: Eine kleine Versuchsserie mit dem Berganorak "Tibet" entsteht, Sport Schuster in München bestellt 70 Anoraks, Gore schaltet eine ganzseitige Tageszeitungsanzeige. Bereits am Mittag des Erscheinungstages sind alle Anoraks verkauft. Tausende werden in den nächsten Monaten folgen. Der Siegeszug von GORE-TEX und Schöffel hat begonnen. Dem Einführungserfolg des Jahres 1983 folgen Jahre des Booms.

1990
Bereits seit den 80er Jahren setzt Schöffel auf Premiumpolitik. Kompetente Produkte in erstklassiger Verarbeitung, modernste Materialien, Service und Innovation - kurzum: Klasse statt Masse. Auch International. Was in Deutschland funktioniert, soll sich auch im Ausland durchsetzen. Mit Peter Schöffel, der seit 1990 als Geschäftsführer die Unternehmensgeschicke leitet, beginnt die zunehmende Internationalisierung der Marke Schöffel, die bis heute fortdauert. 

2004
Ein Jubeljahr für Schöffel. Die Firmengründung jährt sich zum 200. Mal. Gleichzeitig teilt sich der Markt. Marktschreierisch angepriesene Billigprodukte einerseits und solide Hochwertigkeit andererseits bestimmen das Bild. Schöffel verfolgt weiterhin eine klare Strategie: Premiumprodukte für Premiumansprüche. Dafür steigt auch der Marketingaufwand. Neue Instrumente wie das Internet werden genutzt. Kundenbindungsmaßnahmen wie der "Owners' Club" für Schöffel-Liebhaber entstehen. Bekannte Bergsportler und renommierte Ski-/Bergschulen bringen ihre Erfahrungen in die Produktentwicklung ein. Im Schöffel Profi Pool testen sie Prototypen und beraten Endverbraucher. Behutsam wird die Premiummarke gepflegt und weiterentwickelt. 200 Jahre Tradition verpflichten eben:
Denn das sind 200 Jahre voller Begeisterung und Leidenschaft für das eigene Tun. Und darin liegt die Wurzel des unternehmerischen Erfolgs der Schöffels.

2011
Seit Februar 2011 ist Schöffel Mitglied der Fair Wear Foundation, die sich der Kontrolle der Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern verschrieben hat. Der unternehmenseigene „Schöffel Code of Conduct“ wird nun durch den „Code of Labour Practice“ der Multistakeholder Initiative ergänzt. Gemeinsame Kontrollsysteme entlang der Zuliefererkette sollen Transparenz und Umsetzung der Sozialstandards ebenso gewährleisten wie die Ergänzung des bereits bestehende Monitoring durch Audits der Fair Wear Foundation.

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